Auf dem Weg ---- aber wohin?
• • • • •   (bewertet mit 5 von 5 Punkten)

Alle meine Rezensionen ansehen Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?) Rezension bezieht sich auf: Eine Liebe aus nichts: Roman (Taschenbuch) Wie es sich anfühlt, nirgends zu Hause und überall nur mit halbem Bein zu sein, das kann man aus diesem kleinen Büchlein erfahren.
Die Icherzählerin berichtet in lakonischen und teils komischen Sätzen, wie es ihr geht auf ihrer Wanderschaft zwischen verschiedenen Städten und Ländern.
Geboren von einer bulgarischen Mutter und einem deutschen Vater, Juden beide, die Verfolgungen und vielfache Flucht hinter sich hatten; Vater und Mutter jeweils mehrfach geschieden und schließlich in Ostberlin gelandet, hat sie sich weder beim einen noch beim anderen wirklich zu Hause gefühlt. Bei der Beerdigung des Vaters gedenkt sie der Begegnungen, immer nur flüchtig, nie wirklich nah, die sie mit ihm hatte. Nun ist sie in Paris, wohin sie immer schon wollte. Keineswegs komfortabel ist ihr Leben, denn sie lebt im Souterrain einer Wohnung. Dort ist es dunkel, und sie sieht die vorbeimarschierenden Beine der Passanten. Was will sie eigentlich hier?
Man weiß es nicht, und sie weiß es wohl selber nicht. Weg wollte sie aus Berlin, wo sie am Theater als Assistentin des Dramaturgen arbeitete. Man wollte ihre Stelle nicht verlängern.
In Weimar, dem letzten Wohnort des Vaters mit seiner vierten und letzten Frau, hat sie in den Überbleibseln seines Lebens nach Erinnerungen gesucht. Alles blieb immer nur flüchtig.
Die Mutter ging zuletzt nach Bulgarien zurück, wo sie ursprünglich her kam. Bulgarisch war ihre Sprache und zuletzt konnten Tochter und Mutter nicht mehr kommunizieren: die Mutter hatte alle anderen Sprachen verlernt, und die Tochter bulgarisch nie gelernt.
Das Leben besteht aus flüchtigen Erlebnisskizzen, die in drolliger und komischer Diktion vorgetragen werden. Man liest diese Lebensabrisse, erfährt über ein Leben ohne Lebensmittelpunkt und ist angerührt von der Fassung, mit der dieses Dasein im Vorübergehen gelebt und ertragen wird.
Amerika als letzter Fixpunkt steht in der Ferne als Möglichkeit,--mit Jean-Marc, den B.Honigmann in Paris trifft. Seine Eltern stammten aus Riga und leben nun schon lange in NY, wohin es sie auf der Flucht vor den Nazis verschlagen hat.
Jüdische Schicksale! Hier finden sie sich vereint als Weltbürger, deren Bleiben nirgendwo von Dauer ist.
Kann man sich das überhaupt vorstellen?
<'Eine Liebe aus nichts, in der nichts passiert und die sich endlos im Nichts verliert.'> So verrinnt die Zeit, die Jahre und das Leben.
Die Erzählung ist leicht, unbeschwert, zugleich ernsthaft und nachdenklich und entbehrt nicht der Komik und gleichzeitigen Melancholie.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 30. November 2008
Kundenrezensionen:
2. Auf dem Weg ---- aber wohin? (die aktuell angezeigte Rezension)
1. lässt sich spannend lesen!
Zur Übersicht ...
 
Angebote zu
 ab 1 Euro!

Siehe auch folgende Artikel:
Ein Kapitel aus meinem Leben
Alles, alles Liebe!: Roman
Sonstige Artikel:
What Technology Wants
Gesellschaftstheorie und Kulturkritik (edition suhrkamp)
Mehr zu  Gegenwartsliteratur
Home ...,    
,    Begleitseite ...
Herausgeber dieser Seite ist DomainLoc.com GmbH - Partner von
The domain name mittwoch.net is for sale or rent! For more information look at DomainDorado.com ...

Copyright © DomainLoc.com GmbH (Impressum)